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Über das schamanische Reisen: zwischen persönlicher Erfahrung und wissenschaftlicher Neugier

Aktualisiert: vor 10 Stunden

Schamane Hamburg - Heilpraktiker Thomas Börner: Schamanische Reise

Schamanisches Reisen fasziniert die einen und wirft bei anderen viele Fragen auf.


Was geschieht dabei eigentlich? Ist es reine Vorstellungskraft, ein besonderer Bewusstseinszustand oder eine spirituelle Erfahrung? Und welche Bedeutung kann diese Praxis für den eigenen Lebensweg haben?


Im Rahmen der Recherche für eine Bachelorarbeit hatte ich Anfang Juni die Gelegenheit, mit einer Studentin der Religionswissenschaften über meine persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Thema der Arbeit ist das schamanische Reisen im modernen westlichen Schamanismus, insbesondere mit der Frage, welche Bedeutung diese Erfahrungen für die Selbstwahrnehmung und Selbstdeutung der Praktizierenden haben.


Seit mehr als zwölf Jahren begleitet mich diese Technik – zunächst aus Neugier, später als fester Bestandteil meiner spirituellen Praxis.


Im folgenden Interview spreche ich über meinen Einstieg in das schamanische Reisen, prägende Erlebnisse, die Bedeutung von Krafttieren und Geisthelfern sowie darüber, welche Rolle diese Praxis heute in meinem Leben spielt.


Danke, liebe Antonia*, für Dein Interesse und Deine offene Haltung und auch dafür, dass Du mir das Transkript hier für den Blog zur Verfügung stellst. *Name geändert



Schamane Hamburg - Heilpraktiker Thomas Börner: Trance & schamanische Reise


Antonia: Okay, dann danke, dass Du dabei bist. Ich beginne direkt mit der ersten Frage. Erst einmal zur Einordnung: Seit wann praktizierst Du schamanisches Reisen und wo hast Du das gelernt?


Thomas: Ich praktiziere das schamanische Reisen inzwischen seit etwa zwölf Jahren. Mein erster Berührungspunkt war bei einer Schamanin in Hamburg-Uhlenhorst. Sie führte die Teilnehmenden unter ihrer Anleitung auf ihre ersten Reisen. Selbst praktizierte sie nach dem Maya-Schamanismus.


Antonia: Okay, und was ist so – es gibt ja verschiedene Richtungen des Schamanismus – Deine Richtung? Oder arbeitest Du mit mehreren Traditionen?


Thomas: Ich folge keiner festen schamanischen Tradition. Ich würde sagen, ich tanze meinen eigenen Tanz. So hat sich meine Praxis im Laufe der Jahre entwickelt. Wenn man sie dennoch einordnen möchte, orientiert sich meine Arbeitsweise am ehesten am Core-Schamanismus nach Michael Harner. Über seine Techniken, an mich weitergegeben von Lehrern in Wien, habe ich das schamanische Reisen nach dem ersten "Schnuppern", von dem ich Dir erzählt habe, intensiver kennengelernt und vermittle diese Form auch heute meinen Klientinnen und Klienten. Die Grundstruktur meiner Reisen geht auf diese Schule zurück, auch wenn sich meine persönliche Praxis im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat.


Antonia: Okay, dann würde ich auch schon zur ersten größeren Frage kommen. Erzähl mir doch von einer oder mehreren Erfahrungen im schamanischen Reisen, die Dich besonders geprägt haben.


Thomas: Dann erzähle ich von meiner allerersten Reise. Was mich damals sofort überrascht hat, war, wie schnell ich in diesen Trancezustand gekommen bin. Ich bin grundsätzlich eher ein rationaler Mensch und begegne neuen Dingen zunächst mit einer gesunden Skepsis. Umso eindrucksvoller war diese erste Erfahrung. Die Bilder, die während der Reise entstanden, waren außergewöhnlich lebendig und fühlten sich nicht so an, als würde ich sie bewusst erschaffen. Es war, als würde mir etwas gezeigt werden, statt dass ich es mir ausdenke. Die Erfahrung war zugleich traumhaft und gleichzeitig von einer erstaunlichen Klarheit und Echtheit geprägt. Hinzu kamen intensive Gefühle und Momente echter Überraschung. Mehrmals dachte ich: Woher kommt das gerade? Das hätte ich mir so niemals bewusst ausgedacht. Genau dieses Erleben hat mich damals tief beeindruckt und den Wunsch geweckt, das schamanische Reisen weiter zu erforschen.


Antonia: Okay. Wenn Du darüber sprechen möchtest: Weißt Du noch, was in dieser ersten Reise passiert ist? Oder allgemeiner gefragt: Wie läuft eine schamanische Reise für Dich ab?


Thomas: An diese erste Reise erinnere ich mich bis heute erstaunlich gut. Natürlich nicht mehr an jedes einzelne Detail, aber ich habe über die Jahre viele Reisetagebücher geführt, sodass ich vieles nachlesen kann. Grundsätzlich gibt es für mich einen interessanten Unterschied zwischen einer intensiven schamanischen Reise und einer bloßen Fantasie. Die Reisen, die für mich wirklich bedeutsam waren, bleiben dauerhaft in Erinnerung – ähnlich wie Erlebnisse aus dem realen Leben. Ich erinnere mich nicht an sie wie an eine ausgedachte Geschichte, sondern wie an etwas, das ich tatsächlich erfahren habe.


Antonia: Was sind die Dinge, die Du auf einer Reise erlebst? Was siehst Du? Wer oder was begegnet Dir? Wie kann man sich den Ablauf vorstellen?


Thomas: Jede Reise beginnt mit einem konkreten Anliegen oder einer klar formulierten Frage. Ich nehme immer nur dieses eine Thema mit in die Reise. Je nach Fragestellung entscheide ich intuitiv, ob ich in die untere, mittlere oder obere Welt reisen möchte. Manchmal lege ich das bewusst fest, manchmal lasse ich mich auch führen und schaue, wohin mich die Reise trägt. Im Laufe der Jahre sind mir unterschiedliche spirituelle Begleiter begegnet: meine Krafttiere, mein Lehrer in der oberen Welt, Ahnen oder andere geistige Helfer. Wenn ich für andere Menschen reise, begegnen mir manchmal auch deren spirituelle Begleiter, symbolische Bilder ihrer seelischen Situation oder gar ihre Seelen selbst. Ich verstehe diese Begegnungen als persönliche Erfahrungen. Ob man sie spirituell, psychologisch oder symbolisch deutet, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Für mich sind sie jedoch ein wesentlicher Bestandteil der schamanischen Arbeit.


Antonia: Du praktizierst das schamanische Reisen also sowohl für Dich selbst als auch therapeutisch mit anderen Menschen?


Thomas: Genau. Es gibt dabei grundsätzlich zwei Vorgehensweisen. Die klassische Form besteht darin, dass der Schamane oder die Schamanin stellvertretend für den Klienten reist und anschließend von den Erfahrungen berichtet. Ich arbeite häufig anders. Mir ist es wichtig, Menschen selbst in diesen Bewusstseinszustand zu begleiten, sodass sie ihre eigenen Erfahrungen machen können. Aus meiner Sicht entsteht dadurch eine deutlich tiefere Form der Selbsterkenntnis. Natürlich reise ich bei Bedarf auch stellvertretend für Klientinnen und Klienten und gebe das weiter, was ich wahrnehme. Dennoch bleibt immer die Frage, ob die Person diese Erfahrung für sich annehmen kann. Wenn Menschen ihre eigenen Reisen erleben, entsteht häufig eine unmittelbare Gewissheit, die durch die Erfahrung selbst getragen wird. Das macht den Prozess aus meiner Sicht besonders authentisch. Und jeder Mensch kann seinen persönlichen Kraftplatz kennenlernen, der weit mehr ist, als ein Startpunkt für schamanische Reisen.


Antonia: Okay, danke. Was passiert dann bei Dir selbst – insbesondere bei den Reisen, die Du für Dich oder auch im therapeutischen Kontext durchführst? Was geschieht dabei auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene? Wie erlebst Du diesen Zustand?


Thomas: Mein erstes Ziel ist es, in einen Zustand körperlicher, geistiger und seelischer Ruhe sowie Gelassenheit zu kommen und Abstand vom Alltag zu gewinnen. Je nachdem, wie entspannt ich bereits bin, gelingt mir das manchmal sehr schnell, manchmal dauert es aber auch eine ganze Weile. Diesen Zustand unterstütze ich zunächst mit klassischen meditativen Techniken. Ich beginne zu trommeln, und der gleichmäßige Rhythmus bringt mich immer mehr zur Ruhe. Gleichzeitig richte ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem, nehme mein Inneres wahr, spüre meinen Körper und den Raum, in dem ich mich befinde. Dann schließe ich die Augen und visualisiere meinen persönlichen Kraftplatz. An diesem Kraftplatz komme ich zunächst an und schaue mich ganz bewusst um. Er sieht zwar nicht jedes Mal gleich aus, aber ich nehme ihn sehr genau wahr. Ich prüfe dabei, ob ich wirklich angekommen bin und mich vollständig auf die Reise konzentrieren kann oder ob mich Gedanken, Gefühle oder körperliche Empfindungen aus dem Alltag noch beschäftigen. Falls das der Fall ist, richte ich meine Aufmerksamkeit zunächst auf diese Wahrnehmungen, bis sie in den Hintergrund treten. Sobald ich merke, dass innere Ruhe eingekehrt ist und mein Fokus ganz auf der Reise liegt, formuliere ich an meinem Kraftplatz mein Anliegen. Anschließend beschleunige ich den Trommelrhythmus und beginne die eigentliche Reise. In diesem Moment verändert sich meine Körperwahrnehmung deutlich. Mein Körper fühlt sich sehr leicht an, fast so, als würde er sich ausdehnen oder leicht über dem Boden schweben. Gleichzeitig empfinde ich ihn aber auch als schwer – allerdings nicht unangenehm, sondern im Sinne einer tiefen Entspannung. Es fühlt sich dann zum Beispiel so an, als wäre es sehr schwer, einen Arm anzuheben. Genau diese gleichzeitige Leichtigkeit und Schwere nehme ich als Trancezustand wahr. Von dort aus gehe ich auf meine Reise und suche nach Unterstützung, Antworten oder Hinweisen zu dem Anliegen, das ich zuvor formuliert habe.


Antonia: Ja, also total interessant. Was genau meinst Du mit dem Kraftplatz? Ist das schon ein Teil des schamanischen Reisens?


Thomas: Der Kraftplatz ist in dem Sinne ein Teil des schamanischen Reisens, dass er dazu dient, sich zu sammeln und bereit zu machen. Das ist eine Technik beziehungsweise Praxis, die auf Michael Harner zurückgeht. Für mich bedeutet der Kraftplatz zunächst einmal, einen inneren Ort zu haben, der nur mir gehört – einen Ort, an den ich jederzeit gehen kann, um zur Ruhe zu kommen. Gleichzeitig ist er für mich immer derselbe Ausgangspunkt für meine schamanischen Reisen. Ich weiß an meinem Kraftplatz genau, wo ich entlanggehe, wenn ich beispielsweise in die obere oder in die untere Welt reisen möchte. Dadurch habe ich immer denselben Orientierungspunkt. Michael Harner lehrt – und ich vermittle das ebenfalls so, weil ich selbst auf diese Weise arbeite –, dass das Ankommen am Kraftplatz noch nicht die eigentliche schamanische Reise ist. Es ist eher eine Art Vorraum oder Übergangsbereich. Dabei darf und soll man durchaus seine eigene Vorstellungskraft nutzen, um diesen Ort lebendig werden zu lassen.


Antonia: Das heißt, der Kraftplatz gehört weder zur Ober-, Mittel- noch Unterwelt, sondern ist noch einmal etwas Eigenständiges?


Thomas: Ich persönlich ordne ihn auf der Ebene der mittleren Welt zu.


Antonia: Inwiefern beeinflusst schamanisches Reisen, wie Du Dich selbst wahrnimmst oder verstehst, und welche persönliche Bedeutung hat es für Dich?


Thomas: Zum einen stärkt es mich immer wieder im Vertrauen und in der Erfahrung, dass es verschiedene Dimensionen meines Selbst gibt. Gleichzeitig gibt es für mich auch verschiedene Ebenen, auf denen unterstützende Kräfte oder Geisthelfer wirken, die mich begleiten und durch mein Leben führen. Das hat für mich eine sehr tiefe Bedeutung. Ich gehe nicht allein durchs Leben. Da ist etwas, das mich begleitet, unterstützt und an das ich mich mit Fragen oder Bitten um Rat wenden kann. Wenn ich das eher psychologisch oder kognitiv ausdrücke, dann ermöglicht mir das schamanische Reisen, andere Bewusstseinszustände einzunehmen. Dadurch eröffnen sich neue Blickwinkel und Perspektiven auf Fragen oder Probleme, die mir im gewöhnlichen Alltagsbewusstsein oft nicht zugänglich wären.


Antonia: Das heißt, Du nimmst Dich selbst gewissermaßen mehrdimensional wahr – also auf verschiedenen Ebenen?


Thomas: Ja. Und ich nehme mich mit einem anderen Bewusstsein wahr. Mit einem Bewusstsein, das über den gewöhnlichen Alltag hinausgehen kann. Heute lässt sich das sogar wissenschaftlich ziemlich gut erklären. Wenn man sich bewusst auf Ruhe, Trance und diesen veränderten Bewusstseinszustand einlässt, entsteht eine ganz andere Klarheit und ein viel stärkerer Fokus. Dadurch können wir auf Bereiche unseres Gehirns und unseres Unterbewusstseins zugreifen, die im normalen Alltagsbewusstsein häufig nicht in dieser Form verfügbar sind.


Antonia: Das kam jetzt auch schon ein bisschen vor. Aber welche Rolle hat das schamanische Reisen allgemein in Deinem Leben?


Thomas: Es ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Nicht unbedingt jeden Tag, aber immer dann, wenn ich merke, dass ich Orientierung brauche oder vor einer Entscheidung stehe. Es hilft mir dabei, mich wieder mit mir selbst zu verbinden und Antworten zu finden, wenn der Geist bzw. der Verstand nicht weiterkommt. Außerdem nutze ich das schamanische Reisen natürlich auch in meiner Arbeit - für Energiearbeiten und Seelenrückholungen zum Beispiell. Auch dient es mir als Möglichkeit, Informationen wahrzunehmen, Zusammenhänge zu erkennen und Menschen auf ihrem eigenen Weg zu begleiten. Die eigentliche Erfahrung macht aber immer der Mensch selbst. Ich sehe mich nicht als jemanden, der Antworten vorgibt, sondern eher als Begleiter.


Antonia: Das heißt, das schamanische Reisen hat sowohl für Dein persönliches Leben als auch für Deine berufliche Tätigkeit eine wichtige Bedeutung?


Thomas: Ja, auf jeden Fall. Für mich lässt sich das gar nicht voneinander trennen. Das, was ich selbst lebe und erfahre, fließt natürlich auch in meine Arbeit ein. Gleichzeitig lerne ich durch die Begegnungen mit anderen Menschen ebenfalls immer wieder dazu.


Antonia: Du hast bisher viel über die körperlichen und kognitiven Aspekte des schamanischen Reisens gesprochen. Schamanische Reisen sind aber häufig auch sehr bildhaft. Gibt es eine Szene oder ein Erlebnis, das Dir besonders in Erinnerung geblieben ist und das Du gerne erzählen möchtest?


Thomas: Besonders berührend sind für mich immer wieder die Begegnungen mit meinen Krafttieren. Diese Momente sind deshalb so intensiv, weil sie von einem sehr starken Gefühl der Verbindung begleitet werden. Es fühlt sich an wie ein Wiedererkennen oder eine Erinnerung daran, dass diese Verbindung schon immer bestanden hat. Es ist ein gegenseitiges Gefühl von: „Schön Dich bewusst wiederzusehen - Dabei gehen wir ja stets nebeneinander her.“ Dabei ist die Erfahrung nicht nur visuell. Ich nehme sie auf allen Ebenen wahr. Wenn mir beispielsweise ein Krafttier begegnet, spüre ich seine Anwesenheit ganz deutlich. Es kann sich neben mich legen und ich habe das Gefühl, seinen Körper tatsächlich wahrzunehmen. Ich kann durch seine Mähne streichen, und gleichzeitig findet eine telepathische Kommunikation statt. Das Krafttier stellt sich vor, nennt seinen Namen, erklärt, welche Qualitäten es mitbringt, und vermittelt mir, dass ich es jederzeit um Unterstützung oder Kraft bitten kann.


Antonia: Wie reagieren andere Menschen darauf, wenn Du ihnen erzählst, dass Du schamanisch arbeitest oder schamanische Reisen praktizierst?


Thomas: Ich habe bisher überwiegend sehr positive Erfahrungen gemacht. Die meisten Menschen begegnen mir mit Interesse und Offenheit. Ich habe kaum erlebt, dass jemand meine Erfahrungen grundsätzlich ablehnt oder abwertet. Allerdings merke ich immer wieder, dass viele Dinge für mich nach den vielen Jahren der Praxis selbstverständlich geworden sind, während sie für andere Menschen zunächst schwer vorstellbar sind. Deshalb braucht es häufig etwas Zeit, um zu erklären, was Schamanismus überhaupt bedeutet und wie ich diese Erfahrungen verstehe. Die Reaktionen reichen letztlich von großer Begeisterung und dem Wunsch, selbst mehr darüber zu erfahren, bis hin zu einer eher skeptischen Haltung. Manche Menschen sagen auch ganz offen, dass sie nicht daran glauben. Solange diese Haltung respektvoll bleibt, ist das für mich vollkommen in Ordnung.


Antonia: Das überrascht mich ein wenig. Gerade in Deutschland begegnen viele Menschen spirituellen oder religiösen Themen eher skeptisch. Umso schöner ist es natürlich, wenn Du überwiegend positive Rückmeldungen erhältst.


Thomas: Ich glaube, das hängt auch mit meiner eigenen Haltung zusammen. Ich bin ein sehr undogmatischer Mensch, und das ist mir wichtig. Vieles, was ich z. B. durch das schamanische Reisen erlebt habe, ist für mich persönlich sehr wahr und sehr real. Trotzdem würde ich niemals behaupten, dass meine Erfahrungen die absolute Wahrheit darstellen.

Ich gehe vielmehr davon aus, dass sich das Göttliche jedem Menschen auf unterschiedliche Weise zeigen kann – vielleicht durch andere Bilder, Symbole oder Wesenheiten, je nachdem, was für den jeweiligen Menschen verständlich ist. Letztlich können all diese Erfahrungen auch als Symbole verstanden werden. Deshalb ist es mir wichtig, dass schamanische Erfahrungen nach der Reise reflektiert und in das eigene Weltbild eingeordnet werden. Ich ermutige Menschen immer dazu, offen in eine Erfahrung hineinzugehen, sie anschließend aber auch kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie für das eigene Leben stimmig ist. Eine gewisse Skepsis halte ich dabei durchaus für sinnvoll.


Antonia: Was ist Dir persönlich noch wichtig über das schamanische Reisen zu sagen? Gibt es einen Aspekt, der Dir besonders am Herzen liegt?


Thomas: Für mich ist schamanisches Reisen vor allem eine Form der Selbstfürsorge. Es schafft einen Raum, in dem ich wieder zu mir selbst finden kann. Gleichzeitig wirkt es für mich harmonisierend und ausgleichend. Ich sehe das schamanische Reisen als einen verlässlichen Ankerpunkt. Immer dann, wenn ich merke, dass ich selbst Mut, Kraft, oder Reinigung brauche, Orientierung suche oder an einem Punkt nicht weiterkomme, kann ich diesen Weg nutzen, um neue Impulse zu erhalten oder Kraft zu schöpfen.


Antonia: Hat das schamanische Reisen für Dich also vor allem eine therapeutische Funktion oder dient es der Problemlösung?


Thomas: Sowohl als auch und beides spielt auch in der Arbeit mit meinen Klienten eine wichtige Rolle. Ein weiterer Aspekt, der mich bis heute immer wieder tief berührt, ist die Erfahrung, dass die geistige Welt antwortet. Ich habe häufig das Gefühl vermittelt bekommen: „Wir sind für Dich da. Du kannst jederzeit wiederkommen. Du musst nur ganz leise anklopfen.“ Einer meiner Lehrer hat einmal zu mir gesagt: „Du musst nur den kleinen Finger reichen.“ Dieser Satz ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Diese Erfahrungen haben mein Vertrauen in das Leben und in die Welt nachhaltig gestärkt. Natürlich bedeutet das nicht, dass ich auf jede Frage sofort eine Antwort bekomme oder dass die Antwort immer meinen Erwartungen entspricht. Oft zeigen sich Lösungen oder Zusammenhänge erst Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre später. Dennoch habe ich immer wieder erlebt, dass Antworten mit der Zeit auftauchen. Genau diese Erfahrung schenkt mir ein tiefes Vertrauen.


Antonia: Vielen Dank. Dann sind wir tatsächlich am Ende des Interviews angekommen. Vielen Dank für Deine ausführlichen und sehr interessanten Antworten.


Schamane Hamburg - Heilpraktiker Thomas Börner: Trancevisir & Schamanengewand

Und Du?


Ob schamanisches Reisen für Dich ein spiritueller Weg, eine Form der Selbsterfahrung oder einfach ein interessantes Phänomen ist, kannst letztlich nur Du selbst beantworten.


Vielleicht regt dieses Gespräch dazu an, neue Perspektiven kennenzulernen und Dich zu fragen, welche Wege Menschen finden, um mit sich selbst, der Natur und dem Leben in Verbindung zu treten.


Ich hoffe, dieses Interview konnte Dir einen authentischen Einblick geben und vielleicht sogar den einen oder anderen Denkanstoß mit auf den Weg geben.


Wenn Dich das Thema neugierig gemacht hat und Du das schamanische Reisen selbst kennenlernen möchtest, begleite ich Dich gerne dabei. In meiner schamanischen Praxis biete ich Einführungen in das schamanische Reisen an. Dabei lernst Du Schritt für Schritt die Grundlagen dieser Methode kennen und sammelst Deine ersten eigenen Erfahrungen – achtsam, alltagspraktisch und in einem geschützten Rahmen.


Vielleicht darf ich bald schon Dich auf Deine erste Reise führen? Ich freue mich auf Dich!



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